Die Baugeschichte des Mindener Doms umfasst mehrere Abschnitte, die nur schwer voneinander zu trennen sind: Nach Gründung des Bistums Minden um das Jahr 800 wurde in der Stadt Minden eine erste Kirche über einem heidnischen Heiligtum errichtet. Es handelte sich um eine einfache, turmlose Saalkirche, die 947 durch einen Brand zerstört wurde. 952 wurde der Nachfolgebau fertiggestellt, eine dreischiffige Basilika mit einem dreitürmigem Westwerk, das als Loge für König und Kaiser bei Gottesdienstbesuchen gedacht war. Auch dieser Bau wurde ein Opfer der Flammen, als beim Pfingstfest 1062 ein Brand in der Stadt ausbrach. 1071 wurde ein Neubau errichtet, der nach seinem Erbauer, Bischof Eilbert, auch Eilbert-Dom genannt wurde. Das vorhandene Westwerk wurde verändert, indem es eine Vorhalle erhielt. Hinzugefügt wurde auch ein romanisches Querhaus und eine polygonale Apsis. Ab 1152 bekam das Westwerk durch Hochziehen des mittleren Glockenhauses und des Paradieses seine heutige Gestalt. Auch das Chorquadrat wurde im hochromanischen Stil umgestaltet. Ab 1230 begann die spätromanische Umgestaltung der Ostteile des Domes und dann auch der Halle selbst, eine bis dahin vorhandene Krypta verschwand. Der darauffolgende spätromanische Umbau der Halle wurde um 1250 aufgegeben und zwischen 1270 und 1290 in dem aus Frankreich stammenden, gotischen Stil fortgeführt. Um 1290 hatte die Halle die heutige, frühgotische Form angenommen. Um 1350 wurde die Apsis im spätgotischen Stil neugebaut, da der hochromanische Vorgängerbau ungenügend fundamentiert worden war. Danach folgten nur noch kleinere Bautätigkeiten wie der Umbau der Sakristei im 15./16. Jahrhundert und im 18. Jahrhundert eine Erneuerung des Daches, wobei der gotische Dachreiter des Vierungsturmes durch einen barocken Turm ersetzt wurde. Am 28.3.1945 wurde der Mindener Dom während eines Bombenangriffes fast vollständig zerstört. Nach dem Kriege begann unter Federführung des 1946 gegründeten Dombauvereins der Wiederaufbau, wobei sich die Innenraumgestaltung am gotischen Zustand orientierte. 1957 wurde der wiedererrichtete Dom vom Paderborner Erzbischof geweiht. 1996 erhielt der Mindener Dom eine neue Orgel und 2011 nach 66 Jahren wieder einen Vierungsturm mit fünf Glocken. Der Dom zu Minden war von 800 bis 1648 die Hauptkirche der Mindener Fürstbischöfe und ist seit 1859 eine katholische Propsteikirche.
Die beigefügten Fotos stammen von Herrn Arnold Weigelt.


