Die Kathedrale von Soissons wurde ab 1180 im Stil der Gotik errichtet. Soissons befindet sich im Dèpartment Aisne in der Picardie, also ziemlich im Nordosten Frankreichs. Die Kathedrale ist Bischofssitz.
Die Fassade bzw. die Westfront entstand im 1400 Jahrhundert und hatte die Pariser Kathedrale Notre-Dame als Vorbild. Der Figurenschmuck der Portale wurde in den Hugenottenkriegen des 16. Jahrhunderts zerstört. Der fehlende Nordturm konnte aber bereits wegen des Hundertjährigen Krieges (14./15. Jahrhundert) nicht gebaut werden. Die Rosette der Fassade kam erst später hinzu.
Das Äußere der Kathedrale zeigt frühes Strebewerk und war von Beginn an Bestandteil der Pläne. Im Äußeren zeigt die Kirche noch Schäden und Einschusslöcher aus dem Ersten Weltkrieg.
Das Innere der Kirche überrascht durch seine große Klarheit im Raumeindruck. Die Kathedrale ist 116 m lang, 25,60 m breit und gut 30 m hoch. Das Langhaus entstand ab 1190 und zeigt einen dreigliedrigen Wandaufbau (Mittelschiffarkaden, Triforium, Obergaden), der anzeigt, dass die Gotik in Soissons bereits ihr Frühstadium wieder verlassen hatte. Dazu passt auch die vierteilige Gliederung der Mittelschiffsgewölbe, welches dem Vorbild von Chartres folgt.
Der schönste und auch älteste Teil der Kathedrale ist der südliche Querhausarm. Er entstand ab 1180 noch im Stil der Frühgotik. Der Wandaufbau ist vierteilig. Der Abschluss des südlichen Querhauses ist rund. Das nördliche Querhaus endet eckig, stammt aus der Zeit ab 1270 und zeigt Fenster im Stil des Rayonnant, der französischen Hochgotik.
Zur Ausstattung der Kirche gehören Glasmalereien im Chor aus dem 14. Jahrhundert. Berühmt ist das Gemälde “Anbetung der Hirten”, welches um 1618 von Peter Paul Rubens gemalt worden ist.