St. Franziskus , Uetikon am See , Schweiz

Veränderte Bedürfnisse bringen andere Bauformen hervor. Das zeigt das 2007/2008 erbaute Kirchenzentrum St. Franziskus in Uetikon beispielhaft. Im Raumprogramm spielt der Kirchenraum zwar die zentrale Rolle, daneben waren aber auch ein grosszügiges Foyer, Jugendräume, Unterrichts- und Sitzungszimmer, Büros und eine Wohnung vorzusehen.

Alle diese Funktionen sind in einem grossen Volumen zusammengefasst, welche das Grundstück am Rande des Dorfkerns besetzt und sich so an mittelalterlichen Kloserbauten orientiert. Nach aussen gibt sich das Zentrum verschlossen, doch drei Tore gewähren grosszügig Einlass. Wer die Anlage von Norden betritt, gelangt in einen grossen Hof, der gleichsam Innen- wie Aussenraum ist und einen in seiner Ruhe schnell den Alltag vergessen lässt. Ein offener Gang erschliesst als Rückgrat die Teile des kirchlichen Zentrums, und er streift einen weiteren Hof, an dem die Jugendräume liegen.

Durch einen kleinen Vorraum gelangt man in den Kirchenraum, dessen Decke gegen die Altarwand hin steil ansteigt. Von oben streift das Licht der Wand entlang, ein schmaler, horizontaler Schlitz erhellt den Boden. Der Raum und die von Jörg Niederberger gestaltete liturgische Ausstattung sind in unterschiedlichen Weisstönen gehalten. So stellt sich allein durch die räumliche Gestaltung und das Licht eine sakrale Stimmung ein. Insgesamt ist das Uetiker Franziskus-Zentrum eine gelungene Antwort auf die schwierige Frage, wie denn ein Kirchenbau am Anfang des 21. Jahrhunderts aussehen soll. Die Kirche gewannn die folgenden Preise: Architekturpreis Farbe – Struktur – Oberfläche 2010 und Best Architects 11 Gold.
nach Werner Huber, in: «Hochparterre»

Eine Antwort auf St. Franziskus

  1. Maria sagt:

    Die Kirche ist sehr schön, wie ein altes Kloster, aber neu. Auch innen gefällt sie gut, nur haben die Leute Angst vor dem «nichts» bekommen (wie war das mit Elia und der Gotteserscheinung am Berg Horeb?) und dann allerlei Tand aufgehängt und dann noch Täfeli zur Rechtfertigung. Schade.

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